Geschichte wiederholt sich (hoffentlich nicht)

von Bruder Tack

Ein Mob auf der Straße. Nicht nur Leute, die eindeutig dem rechtsextremen Milieu zuzuordnen sind. Aber sie schmeißen Steine und Molotowcocktails auf Häuser, in denen Asylbewerber leben. Sie fühlen sich abgehängt, nicht genug beachtet, fremd im eigenen Land. Das Gefühl mag subjektiv richtig sein, objektiv ist Deutschland weit entfernt von Überfremdung oder gar einem Überrollt-werden von Flüchtlingen. 1992 war das. Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien tobt. Die Reaktion der Politik damals:

In der Folge wurde das Grundrecht auf Asyl praktisch ausgehebelt. Deutschland, das einmal viel Wert darauf legte, Menschen Schutz zu gewähren, die durch Krieg, Verfolgung oder große Not zur Flucht gezwungen wurden, schottete sich ab. Bis heute sind die damals errichteten Mauern nicht kleiner geworden.

2014. Wieder sind Tausende auf den Straßen. [Ergänzung am 12.12.2014, 13:16:] Wieder brennen Häuser, die für Asylbewerber bestimmt sind, wenn auch glücklicherweise noch niemand darin wohnt. Die Menschen auf den Straßen sind [Ende Ergänzung] nicht nur Leute, die eindeutig dem rechtsextremen Milieu zuzuordnen sind. Ihre Wut richtet sich gegen Asylbewerberunterkünfte und eine angebliche Islamisierung des Abendlandes. Sie fühlen sich abgehängt, nicht genug beachtet, fremd im eigenen Land. Das Gefühl mag subjektiv richtig sein, objektiv ist Deutschland weit entfernt von Überfremdung oder gar einem Überrollt-werden von Flüchtlingen. Von einer Islamisierung kann überhaupt keine Rede sein. Die Reaktion der Politik (ab 3:10Min):

1992 hat man die Sorgen der Menschen ernst genommen, die auf der Straße waren. Zu Lasten derer, die wirklich Hilfe brauchten. Auch, wenn Thomas de Maizière heute noch von davon spricht, die Ängste seien „absurd“ und man müsse mit Aufklärung dagegen halten: Er will die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Hoffentlich sind die Folgen dieses Ernstnehmens nicht wieder so absurd wie 1992.

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